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Die Preisträger des Lippstädter Wirtschaftspreises 2026, Bürgermeister der Stadt Lippstadt und Vorstandsvorsitzender Stefan Hoffmann stehen auf der Bühne des Stadttheaters in Lippstadt

Mit dem diesjährigen Lippstädter Wirtschaftspreis wurde die Kleegräfe Geotechnik GmbH in Lippstadt ausgezeichnet. Den Preis nahmen Firmengründer Udo Kleegräfe (Mitte) sowie die Geschäftsführer Jochen Kleegräfe (2. von links), Lars Henkel (2. von rechts) entgegen. Erste Gratulanten waren der Bürgermeister der Stadt Lippstadt, Alexander Tschense (ganz rechts), der für die Jury die Laudatio auf die Preisträger hielt, und Stefan Hoffmann, Vorstandsvorsitzender der VR Bank Westfalen-Lippe eG (ganz links).

Fotocredit: VR Bank Westfalen-Lippe eG

Nahaufnahme des Gastredners Thomas Jäger beim VR Bank Wirtschaftsforum 2026

Gastredner des 15. VR Bank Wirtschaftsforums war der Politikwissenschaftler Thomas Jäger. Mit großer Aufmerksamkeit folgten die rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern seinem Vortrag „Die Welt aus den Fugen – nach der Zeitenwende jetzt der Empochenumbruch?“

Fotocredit: VR Bank Westfalen-Lippe eG


Kleegräfe Geotechnik GmbH gewinnt Lippstädter Wirtschaftspreis

Beim 15. VR Bank Wirtschaftsforum in Lippstadt wurde die Kleegräfe Geotechnik GmbH mit dem Lippstädter Wirtschaftspreis ausgezeichnet. Der Politikwissenschaftler Thomas Jäger hielt einen Gastvortrag über den globalen Epochenbruch und die Herausforderungen für Europa in einer sich wandelnden Weltordnung.

Lippstadt, 19. Mai 2026 - Am 19. Mai wurde zum 15. Mal im Rahmen des VR Bank Wirtschaftsforums im Stadttheater Lippstadt der Lippstädter Wirtschaftspreis vergeben. Dieses Jahr zeichnete die Jury die Kleegräfe Geotechnik GmbH in Lippstadt aus. Dabei handelt es sich um ein familiengeführtes Ingenieurunternehmen aus Lippstadt, das als Komplettdienstleister überall dort arbeitet, wo gebaut werden soll. Das Unternehmen ist seit fast 35 Jahren in den drei Kernbereichen Geotechnik, Hydrogeologie und Umwelt tätig.

Die Kernleistungen der Kleegräfe Geotechnik umfassen Baugrunderkundung und Gründungsberatung durch Gutachten sowie Standsicherheitsberechnungen für Wohn-, Geschäfts- und Industriebauten. Neben Bohrtechnik und Messstellenbau für das Grundwasser wertet ein eigenes Labor Bodenproben über Korngrößen- und Durchlässigkeitsversuche physikalisch aus. Zudem übernimmt der Betrieb die ingenieurtechnische Tief- und Straßenbauüberwachung sowie Umwelt- und Altlastenuntersuchungen. Letztere beinhalten chemische Analysen, Rückbaukonzepte und die Begleitung von Flächenrecycling.

Der Bürgermeister von Lippstadt, Alexander Tschense, der für die Jury die Laudatio hielt, hob hervor: „Beeindruckt hat die Jury der ganzheitliche Ansatz der Kleegräfe Geotechnik. Denn das über 35-köpfige Team aus Ingenieuren, Geologen und Umweltwissenschaftlern wickelt Projekte von der Recherche bis zum Gutachten komplett aus einer Hand ab. Das vermeidet Schnittstellen zwischen verschiedenen Anbietern und sichert effizienten Projektumsetzung, bei der Hand in Hand gearbeitet wird.“ Rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte die VR Bank Westfalen-Lippe begrüßen.

Die Jury des Wirtschaftspreises besteht neben Bürgermeister Alexander Tschense aus Kurt Weigelt, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Lippstadt, Dr. Wilfried Spintig, Vorsitzender des Fördervereins der Hochschule Hamm-Lippstadt, Matthias Wiehen, Vorsitzender der Lippstädter Standortforums, und Stefan Hoffmann, Vorstandsvorsitzender der VR Bank Westfalen-Lippe eG.

Die Auszeichnung nahmen die Geschäftsführer Jochen Kleegräfe und Lars Henkel zusammen mit Udo Kleegräfe, der vor über 35 Jahren das Unternehmen mit seiner Frau Rita gegründet hatte, entgegen. Sie dankten der Jury für ihre Entscheidung und betonten, dass sie die Ehrung stellvertretend für alle annehmen, die die Kleegräfe Geotechnik zu dem gemacht haben, was sie heute ist. „Dieser Wirtschaftspreis der VR Bank ist ein stolzes Gütesiegel für unser Team, eine Anerkennung für unsere gemeinsame Arbeit und gibt uns Rückenwind“, äußerte sich Udo Kleegräfe zur Bedeutung des Preises für das Unternehmen.

Den Gastvortrag „Die Welt aus den Fugen – nach der Zeitenwende jetzt der Empochenumbruch?“ hielt der Politikwissenschaftler Thomas Jäger, seit 1999 Professor für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln. Neben vielen weiteren Ämtern gehört er dem wissenschaftlichen Beirat des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr an. Jäger ist Herausgeber der Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik. Er ist Gast-Kolumnist bei Focus-Online.

Stefan Hoffmann stellte in seiner Begrüßung heraus: „Es gibt nur wenige Wissenschaftler, die in der Lage sind, das aktuelle Geschehen nicht nur im Nahen Osten, sondern auch auf der Weltbühne so zu beschreiben, einzuordnen, zu bewerten und, vor allem, die Zusammenhänge so verständlich zu erklären, wie unser heutiger Gastredner.“ Daher sei Jäger mit seiner Expertise auch gefragter Interviewpartner im Radio und Fernsehen ist.

Thomas Jäger beschrieb in seinem Vortrag den Zusammenbruch der multilateralen Ordnung und einen unumkehrbaren, epochemachenden Wandel. Nach Jäger greift der Begriff der „Zeitenwende“ zu kurz, da er primär als rein deutsches Reaktionsmuster angelegt war. Die tatsächliche politische Realität habe diese Absicht längst überholt. Anstelle einer bloßen Häufung temporärer Krisen vollziehe sich ein systemischer Bruch, bei dem die fundamentalen Spielregeln der internationalen Staatengemeinschaft dauerhaft neu geschrieben würden. Die Welt gerate aus den Fugen, weil die bisherige Sicherheitsarchitektur kollabiere.

Die Kernursache des Epochenumbruchs liege in der tiefgreifenden Verschiebung globaler Machtverhältnisse „Die Ära der USA als alleinige, weltweite Ordnungsmacht erodiert zusehends, ein unübersichtliches Machtgefüge entsteht, das maßgeblich durch den strategischen Konflikt zwischen den USA und China sowie die aggressive Geopolitik Russlands dominiert wird, und globale Verträge und Organisationen verlieren ihre bindende und friedenssichernde Wirkung“, fasste der Politikwissenschaftler zusammen.

Dieser Wandel träfe das europäische Modell im Kern: „Durch die Fragmentierung der globalen Märkte und zunehmende geoökonomische Konflikte gerät die exportorientierte deutsche Wirtschaft massiv unter Druck. Es drohen erhebliche Wohlstandsverluste. Gleichzeitig verliert die transatlantische Sicherheitsgarantie der USA langfristig ihre absolute Selbstverständlichkeit.“

In Folge dieser Entwicklung stehe Europa vor der existenziellen Aufgabe, in kürzester Zeit militärische und strategische Eigenständigkeit aufzubauen, um in der neuen Weltordnung handlungsfähig zu bleiben.

Zum Wirtschaftspreis der VR Bank Westfalen-Lippe eG:

Der Wirtschaftspreis der VR Bank Westfalen-Lippe eG dient als bedeutende Plattform, um herausragendes unternehmerisches Engagement und innovative Konzepte in der Region sichtbar zu machen. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Genossenschaftsbank gezielt Betriebe, die trotz wirtschaftlicher Herausforderungen nachhaltig wachsen und die lokale Wirtschaftskraft stärken. Gleichzeitig unterstreicht der Preis die Rolle der Bank als verlässlicher Partner des Mittelstands, der den wirtschaftlichen und ökologischen Wandel vor Ort aktiv fördert.